Anionenlücke
Berechnung der Anionenlücke bei metabolischer Azidose
Medical Specialty:
nephrologie
NUR FÜR MEDIZINISCHES FACHPERSONAL
Dieser Rechner ist ein Hilfsmittel, das ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt ist. Er ersetzt nicht das klinische Urteilsvermögen. Die endgültige Entscheidung über Diagnose und Behandlung liegt in der alleinigen Verantwortung des Fachpersonals.
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Die Anionenlücke ist ein berechneter Wert, keine direkte Messung, der aus den Serumelektrolytergebnissen eines Patienten abgeleitet wird. Sie stellt die Differenz zwischen dem primär gemessenen Kation (Natrium) und den primär gemessenen Anionen (Chlorid und Bicarbonat) im Plasma dar. Die gebräuchlichste Formel zur Berechnung lautet: Natrium - (Chlorid + Bicarbonat). Diese Berechnung ist klinisch entscheidend für die Beurteilung von Säure-Basen-Störungen und dient als Hauptwerkzeug zur Unterscheidung der Ursachen einer metabolischen Azidose. Eine 'metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke' (erhöhte AG) deutet darauf hin, dass die Azidose durch die Ansammlung ungemessener Säuren (wie Ketoazide bei diabetischer Ketoazidose, Laktat bei Laktatazidose oder Toxine wie Methanol und Ethylenglykol) verursacht wird. Im Gegensatz dazu deutet eine 'metabolische Azidose mit normaler Anionenlücke' (auch hyperchlorämische Azidose genannt) darauf hin, dass die Azidose primär auf den Verlust von Bicarbonat zurückzuführen ist, wie es bei Durchfall oder bestimmten Arten von renaler tubulärer Azidose auftritt.
Referenzwerte
- •8-12 mEq/L: Normal
- •> 12 mEq/L: Erhöht - metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke
- •< 8 mEq/L: Niedrig - selten, untersuchen
Formel
Calculation Methodology Anionenlücke = Na+ - (Cl- + HCO3-)
Referenz
Kraut JA, Madias NE. Serum anion gap: its uses and limitations in clinical medicine. Clin J Am Soc Nephrol. 2007;2:162-74.